London is open

Die Entscheidung der Briten zum Verlassen der EU (Leave, Brexit) hat uns entsetzt. Das geht aber nicht nur uns so. Neben dem Großteil der Schotten hat sich auch London (Greater London) mehrheitlich für den Verbleib (Remain) ausgesprochen. Der Bürgermeister der multikulturellen Metropole, Sadiq Khan, hat im Juli 2016 die Kampagne #LondonIsOpen ins Leben gerufen. Damit soll Besuchern und Investoren, mit Hilfe der sozialen Netzwerke, die Haltung der Londoner verdeutlicht werden.

Genau dieses Gefühl hatten wir bei unseren bisherigen Aufenthalten in der Großstadt ohnehin schon. Da auch das Ziel für den Familienurlaub noch unsicher war, ein Grund mehr mit unseren Kindern nach London zu fliegen und ihnen neben dem Sightseeing die Chance zu geben, sich selbst einen Eindruck davon zu verschaffen.

Das erste Ziel war auf den Wunsch unserer Tochter Katja der Clock Tower des Palace of Westminster. Bereits zuhause haben wir mit ihr den Namen Elizabeth Tower geübt und erklärt, dass Big Ben wirklich nichts mit einer ähnlich klingenden Sitcom zu tun hat.

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Moderne trifft Klassik. Walkie Talkie und das ehemalige Port of London Authority Gebäude im Sonnenuntergang. Wir gehen auch.

Nach den Klassikern am ersten Tag geht es heute zunächst  zauberhaft zu. Wir beginnen den zweiten Tag mit einem Besuch im Harry Potter Shop. Dieser ist in der King’s Cross Station. Vor dem Shop gibt es am Gleis 9 3/4 die nette Installation mit dem halben Gepäckwagen. Fotos machen wir diesmal nicht - es stehen bereits ca. 50 Leute an.

Also lieber gleich in den Shop. Und was es hier zu sehen gibt, macht Kinder glücklich.

Seit dem letzten Jahr hat der Shop seine Fläche mindestens verdreifacht. Trotzdem unglaublich (mystisch?) wie viele Menschen in diesen Laden passen.

Die Einrichtung ist gigantisch, im Hintergrund läuft Musik aus den Filmen. Es gibt so viele tolle Sachen... Die Kinder suchen schon mal aus, den Kauf verschieben wir aber auf den letzten Tag.

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Nach der Pause (meine Tochter isst allen Ernstes in der UK eine deutsche Bratwurst) zeigen wir den Kindern am Buckingham Palace, dass es Einhörner gegeben haben muss.

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Immer wieder beeindruckend... Bei diesem Wetter sowieso.

Blick von der Westminster Bridge

“Big Ben”, Portcullis House, Westminster Bridge

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Weiter über die Lambeth Bridge. An der Buxton Memorial Fountain machen wir eine kleine Pause. Von hier hat man eine schöne Sicht auf den Victoria Tower.

Wir gehen aber nicht zum House of Parliament, sondern gehen ein kleines Stück Richtung Westen. Durch den Dean’s Yard gelangen wir zum Westportal der Westminster Abbey.

Die Märtyrer des 20. Jahrhunderts am Westportal

Das Nordportal

Nach einem Blick auf die Sonnenuhr der St. Margaret’s Church tanken wir Wasser, es ist wirklich sehr heiß, und laden die Oyster Cards. Von der Westminster Underground fahren wir zur Tower Hill Station, um über die Tower Bridge zu gehen. Im Potters Fields Park machen wir dann eine längere Pause. Hier ist mächtig was los und man hat Sicht auf einige markante Gebäude und Sehenswürdigkeiten. Und das im Sitzen.

London City Hall

The Walkie Talkie, The Cheese Grater, The Gherkin - Die Londonder haben Spitznamen für viele ihrer Skyscraper

Eines der schönsten Bauwerke. Die Tower Bridge ist weit über 100 Jahre alt.

Noch älter: The Tower of London. Die Ursprünge reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück.

Auf dem Weg wieder in das Hotel muss ich sie nochmal fotografieren

Im Bahnhofsgebäude gibt es noch mehr Shops. Die Mädels stöbern noch in den Geschäften, ich gehe solange raus und schaue mir die King’s Cross und die St Pancras Station an.

St Pancras ist nicht nur einer der Haupt- Bahnhöfe. Das riesige viktorianische Gebäude beherbergt auch ein entsprechendes Hotel. Wundervoll.

Nett: zwischen den zahlreichen schwarzen Cabs wartet ein pinkes Taxi auf Fahrgäste.

Auch King’s Cross ist ein Hauptbahnhof. Interessant ist die weiße Stahlkonstruktion in der neuen, großen Schalterhalle. Hier stellt heute ein Falkner sein Tier vor. Noch eine kleine Besonderheit: es gibt es nicht nur das Gleis 9 3/4, sondern auch ein Gleis 0.

OK, gemeinsam geht es weiter nach Camden Town, genauer auf den Camden Market.

Unglaublich, wieviele fröhliche Menschen hier sind. Alle Nationen sind vertreten, es gibt einen singenden Fast Food Verkäufer, gefühlte 100 Tattoo Studios, Straßenkünstler und vieles mehr...

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Die Fassaden sind der Hammer, die Atmosphäre eine Besondere. Ganz ohne Shopping geht es natürlich auch hier nicht.

Nach einer ausgedehnten Pause im Hotel geht es am Nachmittag Richtung Greenwich. An der Canary Wharf Underground Station müssen wir auf die DLR wechseln. Beim Verlassen der Station bekommt man den Eindruck, dass hier Geld keine Rolle spielt.

Da wir nicht gleich den richtigen Weg zum DLR Bahnsteig finden, irren wir ein wenig durch den Canary Wharf Tower...

Nach kurzer Fahrt mit der DLR steigen wir an der Cutty Sark aus. Sie ist Beeindruckend.

Stapellauf 1869. Der Teeklipper kam 1954 in das Trockendock und ist seit 1957 als Museumsschiff zu besichtigen. Sie hat sicher Einiges auf See erlebt. Aber nicht nur auf See. 2007 ist der Rumpf der Cutty Sark während der Restaurierung fast vollständig ausgebrannt.

Weiter geht es zum Royal Greenwich Observatorium. Bereits aus der Ferne ist die rote Zeitkugel gut zu erkennen. Sie diente für die Seefahrer zur Synchronisation ihrer Uhren. Auf dem Weg durch den Park entdecken wir neben den Eichhörnchen auch grüne Sittiche.

Durch den Giebel verläuft der 0 Meridian, an der Wand mit der roten Line gekennzeichnet, am Boden mit einem Messing-Streifen

Tolle Sicht über den Greenwich Park. Zu sehen sind u. a. das Queen’s House, der Canary Wharf Tower oder die O2-Arena. Von etwas weiter rechts kann man in der City wieder Shard, Walkie Talkie, Cheese Grater und Gherkin erkennen.

Bevor wir mit der Jubilee Line zurück fahren, sehen wir uns an den Heron Quays noch den Sonnenuntergang an.

Tag 3. Zuerst fahren wir nach Covent Garden um den Markt und das London Transport Museum zu besuchen. Gleich zu Beginn testet Sonja wie es sich in Transportmitteln um die vorletzte Jahrhundertwende angefühlt haben muss.

Der 4. Tag soll ein ganz besonderer werden, aber dass wissen wir morgens noch nicht. Auf dem Programm stehen heute nur zwei Dinge: die St Paul’s Cathedral und die Tower Bridge Exhibition. Den Besuch der Tower Bridge planen wir so, dass wir einen Bridge Lift sehen können. Dann also auf zur St Paul’s.

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Auch das Pflichtprogramm muss erfüllt werden: bei jedem Besuch wird in diesem Wagon ein Bild gemacht.

Langweiliges Museum? Nicht das LT Museum!

Die zahlreichen Details sind in der Sonne gleich nochmal so schön.

Die Wachablösung findet heute nicht statt, dafür ist der Platz vor dem Palast aber auch recht frei. In regelmäßigen Abständen marschieren die Guards auf und ab. In den warmen Jahreszeiten tragen sie die rote Jacke, in den kalten einen grauen Mantel.

Wir machen noch ein paar schöne Bilder am Zaun des Palastes und sehen uns dann das Victoria Memorial an. Irgendwie ist es von hinten noch etwas schöner, wenn ich das richtig interpretiere, zeigt die Seite zum Palast die Königin Victoria als Mutter. An der Vorderseite haben unsere beiden Kinder noch Spaß mit der großen, bronzenen Löwenfigur.

Wer hier aufmerksam ist, kann das London Eye, den Elizabeth Tower und die Westminster Cathedral erspähen. Die Mall geht fast direkt bis zum Trafalgar Square

Noch ein letztes Foto am Canada Gate, dann gehen wir gemütlich durch den Green Park zurück zur Underground Station. Im Park können wir ein Eichhörnchen beobachten, das gerade eine Nuss gefunden hat.

Sonja möchte gerne zum Piccadilly Circus. Wir machen mit der Tube aber einen kleinen Umweg über Waterloo.

Dort gibt es den Elefanten der Künstlerin Kendra Haste zu sehen. Ihre Skulpturen sind aus galvanisiertem Draht.

Da wir nun schon an der Waterloo Underground Station sind, gehen wir kurz rüber in die Tickethalle der Waterloo Station, ein weiterer der Hauptbahnhöfe Londons. Zum Start des neuen Ghostbusters Film wurde hier der Marshmallow Man aufgebaut. Es scheint, als würde er durch den Boden brechen. Leider ist er nicht mehr da, er war er vor kurzem wieder abgebaut worden.

Dann mit der Bakerloo Line zum Piccadilly Circus. Schön, das neue Moquette der Sitze.

Auch ein Klassiker. Unglaublich, was hier los ist. Wir lassen den Piccadilly Circus noch etwas auf uns wirken, dann ist gut für heute.

Lautes klickern und Blitz unerwünscht - wir machen ein ganz leises Foto von der Decke. Man muss es aber selbst gesehen haben.

Die Aussicht über London ist die 528 Stufen (bis zur Golden Gallery) auf jeden Fall wert. Traumhaft. Sonja war die Erste...

Nach dem Abstieg gehen wir wieder ins Hotel. Die Tower Bridge läuft uns nicht weg... Twitter meldet sich. Eine DM von Geoff: er kommt 13:30 an der Embankment Tube Station vorbei. Planänderung! Die Kids bleiben im Hotel (und sind irgendwie ganz froh darüber) und wir machen uns auf den Weg.

Geoff Marshall ist das wandelnde Underground Lexikon. Er produziert Videos für Londonist und seinen eigenen Youtube Kanal (ja, DVDs gibt es auch), hielt zwei Welt Rekorde, schrieb ein Buch, eine App, nebenher wirkt er noch bei Frackulous mit, macht Comedy und ist Tube Tour Guide (www.geofftech.co.uk)

Auch Geoff ist einer der offenen Londoner. Und es freut mich riesig, dass er sich trotz seines vollen Kalenders Zeit für uns nimmt.

Trotz unserer nicht perfekten Englisch Kenntnisse haben wir ein sehr nettes, offenes Gespräch, von Kaffee bis Politik ist alles dabei. Auf die Frage, was ich noch für Fragen an ihn habe, habe ich tatsächlich nicht sofort eine Antwort. Ja, ich bin ein klein wenig aufgeregt. Das Treffen ist ohne Frage der Höhepunkt des heutigen Tags. Danke Geoff!

Geoff muss wieder weiter und wir unsere Kinder holen. Die sind jetzt tiefenentspannt. Gemeinsam geht es wieder zur Tower Bridge. Diesmal werden wir aber über die oberen walkways gehen.

Noch mal die Sicht auf die markanten Gebäude von der Brücke aus

Cool girl with sunglasses...

Geniale Sicht auf die Straße

South Tower

Die Tower Bridge Exhibition beinhaltet auch einen Besuch im Maschinenraum mit den liebevoll restaurierten Dampfmaschinen. LED Licht setzt alles perfekt in Szene. Schön sind auch kleine Details wie ein altes Schreibpult oder Werkzeug.

Den Bridge Lift am Nachmittag haben wir nicht gesehen. Daher sind wir am Abend noch mal ohne die Kinder zur Brücke. Und das hat sich trotz des Windes gelohnt. Rein gezogen wird die portugiesische Ocean Majesty, ein Kreuzfahrtschiff für rund 600 Passagiere.

Am letzten Tag steuern wir noch gemütlich ein paar Ziele an. Im Harry Potter Shop kaufen wir Zauberstäbe und im M&M Shop inhalieren wir Schokolade. Aber ein Projekt steht noch aus: Fahren mit einem roten London Bus. Aber wohin? Egal, wir steigen in den nächsten ein und lassen uns überraschen - und kommen am Palace Theater vorbei, in dem “Harry Potter and the cursed child” aufgeführt wird.

Zuletzt besuchen wir noch den Borough Market. Sonja isst wieder eine deutsche Bratwurst und ich kann den Brownies vom Freudenstädter Bäcker (Artisan Foods) nicht widerstehen.

Ein toller Urlaub geht zu Ende, aber irgendwann ist es soweit. Wir holen unsere Taschen und fahren zum Flughafen. Bleibt die Freude auf den nächsten Besuch, denn #LondonIsOpen. Überzeuge dich selbst davon.

Neu im LT Museum ist die Designology Ausstellung. Von Schildern und Entwürfen über Modelle bis hin zu Inneneinrichtungen...

London 2016