Nach längerer Pause wird 2013 von Square Enix Tomb Raider veröffentlicht. Anders als bei den anderen Teilen taucht der Zusatz (A survivor is born) nicht auf dem Cover auf, daher schlicht Tomb Raider 2013. Mit der richtigen Hardware gibt es wieder eine tolle Weiterentwicklung bei der Optik. Haare, Licht & Schatten, Feuer usw. sind einfach toll, ebenso, wie die Bewegungen von Lara. Ebenfalls gut gefallen haben mir die Schauplätze im Freien und die Lager inkl. dem Punktesystem zur Erweiterung der Fähigkeiten.

Zwei Merkmale sind neu: der Teil bietet einen Mehrspieler-Modus und erscheint auch in Deutschland mit USK 18. Letzteres ist sicher berechtigt. Abgesehen von der offenen Gewalt, die nötig ist, um von der Insel zu entkommen, gibt es unzählige weitere Leichen. Ein Teil der Schauplätze in den Höhlen erzeugt aus meiner Sicht nicht unbedingt spannenden Grusel sondern teilweise eher Ekel. Das Spiel ist aber atmosphärisch dicht, die wenigen Rätsel nicht immer ganz einfach. Es ist eben mehr ein Deckungs-Shooter als klassisches tombraiding. Für Fans trotzdem ein Muss.

Der Mythos Lara Croft

Du kannst sie lieben, du kannst sie hassen oder PC-Spiele einfach albern finden - aber eines ist sicher: keine andere virtuelle Figur genießt einen so hohen Bekanntheitsgrad wie Lara Croft aus den Tombraider Titeln. Es gibt mehrere tausend Webseiten die sich mit dem Thema Lara oder den Spielen befassen; manch ein Modell träumt von diesem Andrang.

Mein Erstkontakt hatte ich mit einer Demo von Tombraider 1, die ich aber wegen der groben Grafik zunächst wieder vergessen habe. Bis ich dann erneut auf Lara aufmerksam wurde. Ich kaufte mir dann den zweiten Teil Tombraider 2 Starring Lara Croft und gleich eine neue Grafikkarte dazu - dann war es um mich geschehen, das Spiel hatte mich in den Bann gezogen.

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Es folgten dann (doch noch) TR1, TR3 Adventures of Lara Croft, TR4 The Last Revelation, TR5 Chronicles inkl. aller Director’s Cut und Gold Versionen, ja sogar ein Exclusiv Level der Zeitschrift Times. Seither bin ich eigentlich spätestens mit Erscheinen eines weiteren Teils auf dem aktuellen Stand.

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Der 6. Teil der Reihe, Angel of Darkness, hatte lange auf sich warten lassen und kam doch recht unfertig auf den Markt. Grundsätzlich kein schlechtes Spiel, jedoch fehlten in der Story einige Infos, ganze Level und Charaktere wurden einfach weggelassen. Durch Grafik- und Steuerungsprobleme war das Spiel anfangs nicht vernünftig spielbar. Obwohl eine echte Weiterentwicklung bedurfte es erst einiger Korrekturen. Das klassische TR-Feeling wollte sich aber bei vielen Usern nicht einstellen.

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Legend wurde dann nicht mehr von Core, sondern von Crystal Dynamics gemacht. CD hatte die Aufgabe das Spiel wieder am Ursprung zu orientieren und trotzdem Lara dabei neu zu entdecken. Die Fans wurden mit einer grafisch komplett neuen, hübschen Lara konfrontiert, die jede Menge neuer Bewegungsabläufe gelernt hat. Gigantisch die Schauplätze, alles wirkt wie ein Hollywood Streifen, auch die Musikuntermalung. Es ist auch für jeden was dabei: Tempel, Städte, Fahrzeuge, Rätsel, Ballerei und jede Menge Situationen, in denen nicht viel Zeit zum nachdenken bleibt... Crystal Dynamics hatte seine Aufgabe erfüllt.

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Mit der neuen Lara wurde auch die Steuerung geändert (WSAD und Maus). Für Fans der Core-Teile sehr ungewohnt, jedoch bereits von vielen anderen Titeln bekannt. Richtig eingesetzt macht sie aber gleichermaßen Sinn und Spaß, was man von der ebenfalls geänderten Kamerasteuerung nicht immer sagen kann.

Nach Legend wurde der TR-Fangemeinde die Jubiläumsausgabe von Eidos präsentiert: Tombraider Anniversary. Eigentlich sollte das Spiel 2006 auf den Markt kommen, genau 10 Jahre nach TR1. Aber mit Zahlen hat es Eidos schliesslich noch nie so genau genommen. Und wir alle wollen ja auch einwandfreie Spiele...

Dem Entwicklerteam gelang es, die bedrückende Atmosphäre des ersten Teils wieder herzustellen,  Lara ist wieder Einzelkämpferin, Grabkammern wirken düster, die schwere Luft ist förmlich spürbar. Die Schauplätze sind  genial umgesetzt und ausgestorbene Tiere gibt es auch wieder. Ebenfalls sehr schön: für erfahrene Raiders ist der Wiedererkennungswert trotz der Neuumsetzung der Lösungswege sehr hoch.

Deutlich besser wurde das mit Tombraider Underworld, Ärger über unpräzise Seilspiele bleiben erspart. Dafür kommen weitere schöne Grafikeffekte wie Nebel, Blitz, Schmutz auf der Kleidung (der auch bis zum nächsten Wasserkontakt dort bleibt oder abtrocknet und bröselt) usw. dazu. Die Aufgaben sind linear geblieben, Lara kann sich aber aufgrund neuer Möglichkeiten und Bewegungsabläufe flexibler in den weitläufigeren Leveln bewegen.

Rise of the Tomb Raider überzeugt durch einen höheren Rätselanteil, etwas weniger Ballerei und eine gute Story, insgesamt ein sehr ausgewogenes Spiel. Die Kulissen erinnern zum Teil an TR 2013, was dem Spaß aber keinen Abbruch tut. Die Areale sind weitläufig, die Gräber wieder optional und es gibt einige lukrative Missionen. Daumen also hoch.

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Eines der besten deutschen Foren ist www.larasgeneration.de Tolle Berichte, nette Menschen und aktuelle Informationen sind dort zu finden

Sehr gute Lösungen und weitere nützliche Informationen, auch für die Ableger in ISO-Perspektive Guardian of Light und The Temple of Osiris, gibt es auf http://tombraiders.net/stella. Mehr unter den Links.

 

Weniger gelungen sind Präzision und Kamerasteuerung, letztere hat wieder ein unangenehmes Eigenleben, was dann gerne zum Absturz  führt. Die Konstanz der, zugegeben ungewöhnlichen, alten Core Steuerung wird nicht erreicht.

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Lara mag übrigens keine Typen, die sich hektisch mit großen Werkzeugen nähern. Das endet immer gleich...

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Lara Croft